Schulkonzept


Ganztägig gut aufgehoben
 
Ganztägige Betreuung an der Grundschule? Für die 36. Grundschule ist das nichts Neues. Zu DDR-Zeiten gingen die Kinder in den Hort, jetzt werden sie nachmittags im offenen Ganztag betreut. Die Zahl jener, die das Angebot nutzen, steigt stetig, genau wie die Schülerzahlen.

Inzwischen bleiben sogar 80 Prozent aller Erst- bis Viertklässler nachmittags in der Schule – oder sie gehen gemeinsam zum Zirkus Cabuwazi, einem der externen Kooperationspartner der Schule.
Ein paar Jungen turnen gerade auf dem Schulhof herum. Eva-Lotta Kaiser, die koordinierende Erzieherin, zählt auf, wo deren Familien herkommen: aus Russland und Vietnam, der Türkei, der Mongolei. „Wir haben hier viele internationale Kinder“, sagt sie, und es klingt so, als sei sie darauf ein bisschen stolz.
Auch Schulleiterin Karin Laurenz betont, ihre Schülerinnen und Schüler seien sehr nett und brächten sich ein – trotz der Probleme, die einige von ihnen zuhause hätten. „ Die Kinder fühlen sich hier aufgehoben, und das spürt man“, sagt sie.

Die 36. Grundschule, in einem sozialen Brennpunkt nördlich vom Ostbahnhof gelegen, fördert das soziale Miteinander sehr aktiv, sei es nun durch Schulregeln, Streitschlichter oder das Schülerparlament.

Momentan bereitet ihnen die Elternarbeit daher mehr Kopfzerbrechen. „Wir wünschen uns, dass sich die Eltern stärker am Schulleben beteiligen“, sagt die Schulleiterin. Gerade die asiatischen und osteuropäischen Eltern seien schwer zu erreichen. Dank zahlreicher Gespräche sei bereits Vertrauen aufgebaut worden. Bisher wird das Elterncafé allerdings kaum besucht, Elternabende stoßen auf geringe Resonanz.
Vor fünf Jahren übernahm Karin Laurenz die Schulleitung, und seitdem hat sie einiges verändert. Seit nun auch 30 Kinder mit Förderschwerpunktdie Schule besuchen, werden die Schülerinnen und Schüler noch individueller gefördert und gefordert.   

Karin Laurenz überzeugte das Kollegium auch davon, dass die Erzieherinnen im Unterricht präsent sein sollten.
Ein Studiennachmittag half bei der Teambildung und schärfte den Blick für Aufgaben und Kompetenzen der Kolleginnen und Kollegen. Und die nächste große Aufgabe wartet bereits: „Unser großes Ziel ist die Inklusion“, sagt die Schulleiterin.